„Nutzen Sie Gesprächstechniken, die beruhigend auf den Patienten wirken“

Das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied veranstaltete zusammen mit der Polizei Weiterbildungen zum Umgang mit aggressiven Patienten.

24.06.2013

Neuwied. „Viele unserer Ärzte und Pflegekräfte haben sich schon einmal durch stark alkoholisierte und aggressive Patienten bedroht gefühlt“, berichtet Ulrich Pötzl, der Pflegedirektor des Marienhaus Klinikums Bendorf - Neuwied - Waldbreitbach. In den letzten Jahren nähmen solche Bedrohungssituationen sogar zu. Erst kürzlich habe ein Patient, der nach einem Selbstmordversuch in das Krankenhaus eingeliefert worden war, ein Zimmer auf der Intensivstation sowie alle darin stehenden Geräte zerstört. Er rastete aus, als ihm mitgeteilt wurde, dass er nach einigen Tagen zur Weiterbehandlung in eine psychiatrische Klinik verlegt werden sollte. „Der Schaden, den er verursacht hatte, betrug rund 25.000 Euro“, ergänzt Pötzl. Mitarbeiter des Hauses kamen zum Glück nicht zu Schaden.

„Viele unserer Mitarbeiter fühlen sich in solchen Situation überfordert“, weiß Pötzl. Um sie zu unterstützen und auf den Umgang mit aggressiven Patienten vorzubereiten, veranstaltete das Klinikum Ende April mehrere Weiterbildungsveranstaltungen mit der Polizei, zu der alle Mitarbeiter eingeladen waren, die im Haus direkten Kontakt mit Patienten haben.

Die Polizei ist häufig im Marienhaus Klinikum, denn vielfach sind es die Polizeibeamten, die einen Verletzten oder Betrunkenen aufgreifen und zur Behandlung in die Notfallaufnahme bringen. „Allerdings gehen die Polizisten dann wieder und der Patient bleibt bei den Mitarbeitern im Krankenhaus“, berichtete der Referent der Veranstaltung Kurt Stiller. Der Diplom-Pädagoge und Polizeioberrat ist Dozent an der Landespolizeischule in Hahn. Als Experte für Verhaltenstraining und Konfliktmoderation riet er den Teilnehmern der Veranstaltung, aufmerksam im Umgang mit möglicherweise aggressiven Patienten zu sein. Fast immer gebe es Anzeichen für einen sich entwickelnden Konflikt. Und die gelte es wahr- und ernst zu nehmen. „Sie müssen die Situation immer im Blick behalten, um entsprechend darauf reagieren zu können“, betonte Stiller.

Auffällig sei, dass auch zunehmend betrunkene Frauen und Jugendliche eine hohe Aggressivität zeigen. „Wir beobachten, dass Pflegekräfte und Ärzte heute oft nicht mehr als Autorität akzeptiert werden und ihnen kein Respekt entgegengebracht wird“, berichtet Ulrich Pötzl. Zudem sinke für immer mehr Menschen die Hemmschwelle, Meinungsverschiedenheiten mit Gewalt lösen zu wollen.

Kurt Stiller riet den Teilnehmern, mit aggressiven Patienten zu sprechen. Das binde deren Aufmerksamkeit und Gedanken und könne sie ablenken. „Nutzen Sie Gesprächstechniken, die beruhigend auf den Patienten wirken“, so Stiller. „Und sprechen sie deutlich und klar, um Missverständnisse zu vermeiden.“ Oft helfe es, einen aggressiven Patienten über das zu informieren, was mit ihm passiert solle. Denn Menschen in Krisensituationen fühlten sich häufig verwirrt und hätten „Chaos im Kopf“, so die Erfahrung des Referenten. „Als Mitarbeiter des Krankenhauses können Sie in kleinsten Schritten Ordnung und Struktur anbieten, und das hilft ihnen oftmals zu entspannen.“

Es sei ganz wichtig, dass die Mitarbeiter ihre eigenen Stressreaktionen im Blick haben. Sie müssten in Notfallsituationen nicht nur auf den Patienten achten, sondern genauso auf ihre eigenen Grenzen. „Denn wenn Sie Ihre Belastungsgrenze ignorieren, dann ist die Gefahr groß, dass Sie Fehler machen und unprofessionell handeln“, so Stiller. „Rufen Sie die Polizei, wenn die Situation zu eskalieren droht“, riet er den Mitarbeitern. Zusätzlich sollten solche Vorfälle immer zusammen mit der Polizei nachbesprochen werden. „Die Beamten stehen dafür gerne zur Verfügung“, wusste Stiller. Über dieses Angebot und gute Kooperation freut sich Ulrich Pötzl: „Wir können von der Kompetenz der Polizei nur profitieren“, betont er.

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Bildunterschrift: Ulrich Pötzl, der Pflegedirektor des Marienhaus Klinikums Bendorf - Neuwied - Waldbreitbach, (rechts) freut sich, dass Kurt Stiller, Dozent an der Landespolizeischule in Hahn, (links), die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied im Umgang mit aggressiven Patienten schult.

 

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