300 Physiotherapie-Schüler stellen kritische Fragen an die Politik

Die Vereinigung leitender Lehrkräfte RLP (VLL-RLP) (Physiotherapie) lud zu ihrer ersten berufspolitische Veranstaltung ein. Politiker aller größeren Parteien sowie Schüler und Interessierte begegneten sich dort zu einem regen Austausch über die aktuellen Entwicklungen im Berufsfeld Physiotherapie.

02.09.2013

Neuwied. Am 20.08.2013 lud der VLL-RLP in Mainz zu seiner ersten berufspolitischen Veranstaltung mit dem Titel “Physiotherapie – Ausbildung und Beruf auf dem Weg“  in den Hörsaal 505 der Universitätsklinik in Mainz ein. Mit über 300 Besuchern war der Hörsaal bis fast auf den letzten Platz gefüllt. Außerdem waren mit Dr. Peter Enders (CDU), Kathrin Anklam-Trapp (SPD), Dr. Rahim Schmidt (Bündnis 90 / Die Grünen), Kathrin Senger-Schäfer (Die Linke) und Daniela Schmitt (FDP) namhafte Politiker aus der Bundes- und Landespolitik erschienen, um sich in einer Podiumsdiskussion den Fragen der Moderatorin Karin Fass (VLL) und des Publikums zu stellen.

 

Der Vorsitzende des VLL-RLP Thomas Wecker begrüßte die Gäste und freute sich über den großen Zulauf, den die Veranstaltung hatte. In einem Impulsvortrag ging er auf die Entwicklungen und Schwierigkeiten, die das Berufsfeld der Physiotherapie und seine Angehörigen schon seit längerem bewegen ein und machte deutlich welche wichtige Stellung  berufspolitisches Engagement in der Physiotherapie einnehmen wird. „ Auch neben der Behandlungsbank gibt es Felder, auf denen ein Physiotherapeut auf sich aufmerksam machen muss. Vor allem in der Berufspolitik, den dort wird unsere berufliche Zukunft in großem Maße gestaltet.“, sagte er.

 

Die aktuellen Problemfelder sind in einem „veralteten“ Berufsgesetz, dem „Wildwuchs“  in der Akademisierung der Ausbildung und einem „Fort- und- Weiterbildungsdschungel“ zu finden. Thomas Wecker bemängelte die geringe Durchschlagskraft der Berufsverbände, die geringe Vergütung (ca. 1.900 € brutto Einstiegsgehalt) und die derzeitige Form der Ausbildungsfinanzierung.

Das Vormittagsprogramm wurde fortgesetzt mit einem Vortrag von Johannes Zielinski (Schulleiter der  Reha-Rhein-Wied) über die finanziellen Rahmenbedingungen in der stationären und ambulanten Physiotherapie und von Michael Uebele (Schulleiter, Uniklinik Mainz),  der auf die Chancen und Risiken einer Verkammerung des Berufsstandes Physiotherapie einging. „ Wir brauchen ein aktives Mitarbeiten der Berufsangehörigen, sonst wird über unsere Wünschen und Anliegen von berufsfremder Stelle aus entschieden.“, war auch sein Credo, mit dem er Physiotherapeuten zu berufspolitischem Engagement aufrütteln wollte.  Gleichzeitig forderte er die verschiedenen Berufsverbände der Physiotherapie auf, einen Dachverband zu gründen und mit vereinter Stimme zu sprechen.

 

Am Nachmittag der Veranstaltung fand eine Podiumsdiskussion mit den eingeladenen Politikern statt. Einhellig wurde ein „Umdenken und ein neuer Geist in der Gesundheitspolitik im Umgang mit dem Berufsbild Physiotherapeut“ gefordert, um die soziale und finanzielle Anerkennung des Berufs zu steigern. Kathrin Anklam-Trapp von der SPD will Wege suchen, die Ausbildung kostenfrei für die Schüler zu gestalten, räumte aber ein, dass die „Schuldenbremse“ diese Suche schwierig gestaltet. Dagegen stellte Frau Kathrin Senger (Die Linke) anhand eines Schaubildes dar, „dass genug Geld im Topf ist, das verteilt werden könnte!“  Auch Dr. Peter Enders (CDU) ist der Meinung, dass die Ausbildungsfinanzierung verändert werden muss. Er erlebt die Problematik gerade am Beispiel seiner Tochter, die eine schulgeldpflichtige Ausbildung in der Ergotherapie absolviert.

 

Auf die Frage eines Schülers „ob er sich persönlich als Arzt vorstellen könnte, Kompetenzen an Physiotherapeuten abzugeben“, antwortete Dr. Rahin Schmitt (Die Grünen), dass er dazu bereit sei, da seiner Meinung nach die Physiotherapeuten näher am Patienten sind und teilweise die besseren Diagnosen stellen könnten. Außerdem sagte er „ Eine physiotherapeutische Behandlungszeit von durchschnittlich 20 Minuten entspricht nicht dem Versorgungsanspruch der Gesellschaft.“

Das Publikum vermisste konkrete Besserungsvorschläge. Ein Schüler sagte nach der Veranstaltung: „Es ist gut, dass diese Veranstaltung stattgefunden hat. Sie war sehr informativ und hat uns gut über die Baustellen unseres Berufes aufgeklärt. Enttäuscht bin ich von den Politikern, die unseren Fragen ausgewichen sind und keine konkreten Wege aufgezeichnet haben. Sie kamen mir schlecht informiert vor. Als Schüler, der ich mit enormen zeitlichem und finanziellen Aufwand diese Ausbildung stemme, fühle mich von den Politikern im Stich gelassen. Und wenn ich ehrlich bin, hat mich die Reaktion der Politiker auf unsere Anliegen nicht motiviert.“  Eine weitere Schülerin fragte nach, ob solche Diskussionen mit Politikern häufiger stattfinden. Sie fände es gut und hätte Interesse sich berufspolitisch zu engagieren. Und damit hat diese Veranstaltung ihren Zweck bereits erfüllt.  

 

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