Infoveranstaltung Organspende: Die Chance auf ein zweites Leben

Das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth lud zusammen mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation zu einer Informationsveranstaltung mit Organempfängern und Angehörigen von Organspendern ein.

Freuten sich, dass Organempfänger und Angehörige von Organspendern bereit waren, über ihre Erfahrungen zu berichten: Dr. Wolfgang Stollhof, der Chefarzt für Urologie und Kinderurologie und Ärztlicher Direktor (links), Dr. Johannes Rasbach, der Oberarzt der Anästhesiologie und Intensivmedizin und Transplantationsbeauftragter (rechts), und Anne-Bärbel Blaes-Eise, die Vertreterin der Deutschen Stiftung Organtransplantation (2. von rechts).

03.12.2013

Neuwied. An den 30. Mai 1991, den Tag, an dem sie nachts um halb drei den Anruf erhielt, dass sie sich sofort auf den Weg in das Transplantationszentrum machen solle, weil eine neue Leber für sie verfügbar sei, erinnert sich Mariele Höhn als sei es gestern gewesen. Sie ist eine der Organempfänger, die Ende November zu der Informationsveranstaltung Organspende ins Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied gekommen war, um über ihr Leben vor und nach der Transplantation zu berichten.

 

Die Mitglieder des Qualitätszirkels Organspende des Krankenhauses hatten zusammen mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zu dieser Veranstaltung eingeladen. „Denn seit bekannt wurde, dass es in einigen Transplantationszentren zu Unregelmäßigkeiten  bei der Organvergabe gekommen ist, gehen die Organspenden drastisch zurück“, berichtet Dr. Johannes Rasbach. Der Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin ist auch der Transplantationsbeauftragte des Hauses.

 

Im Marienhaus Klinikum kommt es nur selten zu Organentnahmen, denn lediglich Patienten, die im Hirntod versterben, können Organe spenden. Dennoch ist es wichtig, dass dieses Thema bei den Mitarbeitern präsent ist. Deshalb organisiert der Qualitätszirkel Organspende regelmäßig Fortbildungen, um so die Ärzte und Pflegekräfte für das Thema zu sensibilisieren. Denn allein in Deutschland ist für rund 12.000 Patienten ein Spenderorgan der letzte Strohhalm, an den sie sich klammern. Sie sind so krank, dass sie ohne eine neue Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse, Lunge oder ein neues Herz sterben werden. Und vielen von ihnen läuft die Zeit davon, denn es stehen viel zu wenig Organe zur Verfügung.

 

Bei Mariele Höhn war es eine Autoimmunerkrankung, die ihre inneren und äußeren Gallengänge zerstörte. „Ich war 28 Jahre alt, da teilten mir die Ärzte mit, dass ich noch eine Lebenserwartung von höchstens anderthalb Jahren hätte“, erinnert sie sich. Sie brauchte eine neue Leber. Und die erhielt sie vor mehr als 22 Jahren. Sie weiß, dass ihr Spender ein 34-jähriger Mann war, und ist ihm zutiefst dankbar: „denn ohne ihn wäre ich schon längst tot und meine Tochter wäre ohne Mutter aufgewachsen.“

 

Von dieser tiefen Dankbarkeit berichtet auch Günter Hamann, der vor mehr als sechs Jahren ein neues Herz erhalten hat. „Als ich nach der Transplantation aufwachte, fühlte ich mich voller Kraft und Energie, das kannte ich schon lange nicht mehr“, so Hamann, dessen Herz so geschädigt war, dass es schon eine kaum zu bewältigende Belastung für ihn war, eine Wasserflasche aus dem Keller zu holen. Zwei Wochen nach der OP konnte er aus dem Krankenhaus entlassen werden, drei Monate später arbeitete er wieder voll. In seine große Freude mischte sich allerdings lange Zeit auch die Trauer darüber, dass er sein neues Leben dem Tod eines anderen Menschen verdankt. Auch deshalb empfindet er eine große Verantwortung, gut mit dem gespendeten Organ umzugehen.

 

Michaela Dellmuth hat vor etwa einem Jahr gleich zwei Organe erhalten: eine Niere und eine Leber. Die junge Frau hat eine beispiellose Krankengeschichte hinter sich. Ihre Leber und Nieren waren seit der Geburt geschädigt. Mit 21 Jahren musste sie an die Dialyse, die sie jedoch nur sehr schlecht vertrug. Als sie dann sieben Jahre später den Anruf erhielt, der ihr Leben von Grund auf veränderte, hatte sie gar nicht mehr damit gerechnet, jemals neue Organe zu erhalten. Nach der Transplantation ging es ihr dann jeden Tag ein bisschen besser. „Und jetzt kann ich ein ganz normales Leben führen“, strahlt sie.

 

Als Ehemann einer Organspenderin sind diese Berichte für Egon Schmitz sehr tröstlich. Als seine Frau Ende 2012 mit nur 54 Jahren an einem Hirnaneurysma starb, stand fest, dass sie ihre Organe spenden wollte. „Denn wir hatten schon häufiger über dieses Thema gesprochen“, so Schmitz. „Einige Monate zuvor hatten wir beide eine Patientenverfügung verfasst, und ihren Organspendeausweis trug meine Frau immer bei sich.“ Die Skandale um die Vergabe von Organen war für das Ehepaar kein Grund diese Entscheidung zu revidieren, „denn ich bin davon überzeugt, dass es nie zu diesen Unregelmäßigkeiten gekommen wäre, wenn genug Organe gespendet würden“, betont Schmitz, dem der Gedanke immer noch gut tut, dass seine Frau über ihren Tod hinaus fünf Menschen ein neues Leben geschenkt hat.

 

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