„Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen.“

11. Tagung des Brustzentrums Marienhaus Klinikums Neuwied/Bad Neuenahr wurde von rund 250 Interessierten besucht.

Prof. Dr. Berger, Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied, und Julia Siekmann, Erfinderin der Echthaarbänder, bei der Podiumsdiskussion der 11. Tagung des Brustzentrums Neuwied/Bad Neuenahr.

18.02.2014

Neuwied. Bereits zum 11. Mal veranstaltete das Brustzentrum des Marienhaus Klinikums Neuwied/Bad Neuenahr seine Tagung zur Brustkrebserkrankung. Rund 250 Teilnehmer folgten der Einladung ins Foyer des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth in Neuwied Mitte Februar. Die über Jahre hohe Teilnehmerzahl ist aber kaum verwunderlich – kennt doch fast jeder eine Frau im näheren oder weiteren Bekanntenkreis, die die Diagnose Brustkrebs erhalten hat.

Wieder war es den Veranstaltern gelungen, eine gute Balance zwischen medizinischen Fachvorträgen sowie ganz praktischen und hilfreichen Hinweisen für betroffene Frauen herzustellen.

So nahm an der Podiumsdiskussion u. a. Julia Siekmann aus Hamburg teil, die vielen Brustkrebspatientinnen bekannt ist. Während einer Brustkrebserkrankung entwickelte sie – zunächst für den Eigengebrauch – die so genannten Echthaarbänder. Diese kamen bei Freunden, Ärzten und anderen Patientinnen so gut an, dass Julia Siekmann diese mittlerweile vertreibt und damit  das Leben vieler Patientinnen deutlich angenehmer macht.

Während der Podiumsdiskussion wurde vor allem die Frage nach der positiven Krankheitsbewältigung vor, während und nach der Chemotherapie und Bestrahlung diskutiert. Denn neben Allem medizinisch Möglichen, ist der Heilungserfolg auch von jeder Patientin selbst abhängig. Alle Teilnehmer der Diskussion betonten die Möglichkeit, durch die Krankheit – nach dem ersten Schock und der Verzweiflung – bei guter Unterstützung neue Kraftfelder freizusetzen. So werden im hiesigen Brustzentrum die Patientinnen sowohl von Ärzten, Fachpflegekräften, Psycho-Onkologen als auch Seelsorgern betreut; und das teilweise über Jahre. Der gut versorgten Patientin kann es gelingen, die Erkrankung als Möglichkeit zu betrachten, innezuhalten, sich bewusst zu hinterfragen und den Lebensweg an dem momentanen Wendepunkt neu zu justieren; getreu dem Motto einer Krebspatientin: „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen.“ Julia Siekmann sagt heute sogar, dass die Brustkrebserkrankung das Beste sei, was ihr je geschehen ist.

Neben den Informationen zur Lebensführung und Krankheitsbewältigung wurden bei der Tagung aber auch wieder die neuesten medizinischen Erkenntnisse aufgezeigt. So wurden die Verfahren der Mammographie und Kernspintomographie von Dr. Edgar Frank, Radiologisches Institut Neuwied, gegenübergestellt und deren jeweilige Vorteile in der Diagnostik veranschaulicht.

Zudem wurden die aktuellen internationalen Erkenntnisse und deren Relevanz in der Diagnostik und Therapie vorgestellt. Prof. Dr. Volker Möbus von den Städtischen Kliniken Frankfurt-Höchst gab den Anwesenden dazu einen Überblick über die neuesten Forschungsergebnisse des weltweit größten Brustkrebskongresses, der kürzlich in San Antonio, Texas, stattfand. Neben vielen anderen Aspekten wies er auf die unterschiedlichen vorgeschlagenen Behandlungsansätze vor und nach der Menopause hin.

Dr. Iris Schmidt-Forgber, Praxis für Strahlentherapie Neuwied, berichtete unter anderem, dass man heute weiß, dass Mamakarzinomzellen anders reagieren als sonstige Tumorzellen und daher auch anders bestrahlt werden müssen. Dr. Peter Ehscheid, Neuwied, griff die Frage nach dem Risiko der Osteoporose für die behandelte Frau auf und veranschaulichte Wege für die Patientin, das Risiko durch bspw. Ernährung oder Sport selbst zu minimieren.

Die Vorträge waren sowohl kurzweilig als auch hochaktuell, so dass sowohl interessierte Laien als auch Fachleute gleichermaßen gut informiert wurden. Die vielen Fragen aus dem Auditorium bestätigten zusätzlich das hohe Interesse an den vorgestellten Themen.


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