Schnell ist mal was passiert. In der Schule beim Sport umgeknickt, bei der Gartenarbeit am Wochenende mit der Astsäge abgerutscht. Vergessen, die Entwässerungstabletten beim Facharzt nachzuordern und nun fällt einem das Treppensteigen und Atmen sehr schwer. Verkehrsunfall mit Verletzten auf der L165 kurz vor Züsch. Aber wer hilft nun wann? Und ist immer das St. Josef- Krankenhaus Hermeskeil der richtige Anlaufpunkt?
Grundsätzlich ist die gesundheitliche Versorgung der Menschen in Deutschland auf viele Schultern verteilt. Das ist gut so, denn ansonsten würde immer nur der nächstgelegene oder der am bequemsten zu erreichende Anbieter von Gesundheitsversorgung aufgesucht. Der wäre irgendwann vielleicht aufgrund der Menge oder auch aufgrund der Komplexität von medizinischen Fällen einfach überfordert. Zudem müssen auch ausreichendes und gegebenenfalls noch das fachlich richtige Personal sowie die benötigen technischen medizinischen Hilfsmittel bereitstehen. Daher sind an der Versorgung auch in akuten Fällen viele beteiligt: Hausarzt, Medizinische Versorgungszentren, Durchgangsarzt, Bereitschaftspraxen, Krankenhäuser, Rettungsdienste und Notärzte.
Notfallambulanzen der Kliniken als erste Anlaufstelle?
Aber wer ist nun wann und wofür zuständig? Leider hat es sich in den letzten Jahren ein wenig eingeschlichen, dass die Notfallambulanzen von Kliniken für viele der zuvor kurz geschilderten Fälle die erste Anlaufstelle wurden. Manchmal aus Unwissenheit, manchmal weil die richtige Anlaufstelle weiter entfernt liegt. Die Gründe sind vielfältig. Das führte zu einer enormen Belastung und großer Unzufriedenheit sowohl auf Seiten der Patienten also auch beim medizinischen Personal. Denn die Notfallambulanz einer Klinik dient grundsätzlich der Erstversorgung von Patienten, die im Verlauf stationär weiterbehandelt werden müssen. Dort entscheidet bereits zu Beginn eine medizinische Fachkraft, ob ein wirklicher Notfall vorliegt oder nicht. Daher kommt es oft zu Situationen, bei denen Menschen lange warten müssen, obgleich sie schon „zuerst da waren“. Denn jeder Fall wird nach der Schwere beurteilt und dementsprechend immer vorgezogen.
Jeder Fall ist anders – wer ist wann für mich da?
Nehmen wir die Sportverletzung im Unterricht – oder einen Arbeitsunfall. Da ist in der Regel der Durchgangsarzt (BG-Arzt) im Marienhaus Gesundheits-Campus Hermeskeil der richtige Ansprechpartner. Dieser sorgt neben der Behandlung oder einer Weiterleitung zu einer notwendigen weiteren Behandlung für die gesetzlich vorgeschriebene Feststellung des Unfalls, so dass die aktuellen und ggf. zukünftigen Kosten getragen
werden.
Wenn Menschen in der Woche krank werden und beispielsweise stärkere Erkältungssymptome oder Übelkeit/Erbrechen haben oder sich im Haushalt eine Prellung, Zerrung oder eine leichte Schnittwunde zugezogen haben, sollten sie sich zuerst immer an ihren Hausarzt wenden.
Seit einigen Jahren steht auch das Marienhaus MVZ am Standort Hermeskeil am St. Josef-Krankenhaus als Anlaufstelle zur Verfügung. Verletzungen wie Schnittwunden, Prellungen oder einfache Brüche werden dort im Rahmen einer ambulanten Versorgung behandelt und Patienten ggf. für eine nachfolgend notwendige stationäre Versorgung im Krankenhaus aufgenommen. Gleiches gilt, wenn ein Patient mit einem Medikament neu „eingestellt“ und anschließend stationär überwacht werden muss.
Natürlich kann dies auch passieren, wenn Hausarzt oder das MVZ bereits geschlossen haben. Also am Abend, in der Nacht oder an einem Wochenende bzw. einem Feiertag. Dann ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der bundesweit gültigen Rufnummer 116117 die erste Wahl. Am Telefon bespricht man mit den Erkrankten die Situation und leitet sie zur nächstgelegenen diensthabenden Praxis weiter. Zu diesen Zeiten hat der ärztliche Bereitschaftsdienst den Versorgungsauftrag für gesundheitliche Probleme.
Lebensgefahr – was nun?
Jemand fällt von einer Leiter und hat extreme Schmerzen, leidet vielleicht sogar unter hohem Blutverlust oder ist nicht mehr ansprechbar. Oder er bricht einfach zusammen und reagiert nicht mehr. Der Zustand erscheint lebensbedrohend. Egal zu welcher Tagesoder Nachtzeit: Rufen Sie ausschließlich den Rettungsdienst unter der Rufnummer 112 an. Schildern Sie ruhig die Lage und nennen Sie die Adresse. Der Rettungsdienst und ggf. auch ein bereitstehender Notarzt machen sich sofort auf den Weg. Die primär wichtige Erstversorgung erfolgt dann vor Ort. Dort entscheidet der Rettungsdienst auch, mit welchem Transportmittel es ins für den jeweiligen Fall optimale Krankenhaus geht. Denn es ist wichtig, die fallbezogene richtige Weiterbehandlung zu erhalten. Schließlich können komplexe Verletzungen, Verbrennungen, Multitraumata oder Schlaganfälle nicht überall bestmöglich versorgt werden.
Analog ist die Vorgehensweise, wenn Sie Zeuge oder Betroffener eines Verkehrsunfalls oder eines Gewaltverbrechens sind. Egal zu welcher Tagesoder Nachtzeit! Nur wählen Sie hierzu immer den Polizeinotruf 110.
Hinweis: Derzeit steht die Marienhaus-Gruppe mit dem Landkreis und dem Mutterhaus in Trier in Gesprächen, um den Standort des Rettungsdienstes einschließlich eines Notarztes/Notärztin vor Ort in Hermeskeil beizubehalten. Damit wäre auch weiterhin gewährleistet, dass nach der Wahl der Rufnummer 112 (oder 110) der Weg zur notfallbedingten Erstversorgung kurz bleibt.
Weitere Infos auch auf www.krankenhaus-hermeskeil.de/gesundheits-campus


