Neuwied. Die Versorgung Schwer- und Mehrfachverletzter ist schon lange ein Schwerpunkt im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied. 2012 wurde die Klinik zum Regionalen Traumazentrum zertifiziert. „Vor anderthalb Jahren folgte die Ernennung unseres Hauses zum überregionalen Traumazentrum“, freut sich Prof. Dr. Christoph Wölfl, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie. Der Direktor des Muskuloskelettalen Zentrums und Leiter des Traumazentrums ist zertifizierter Notfallchirurg – Krisen- und Katastrophenlagen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU). Damit verfügt er über eine herausragende Expertise in der Versorgung verletzter und schwerstverletzter Patientinnen und Patienten – auch unter den besonderen Umständen von Krisen- und Katastrophenlagen.
Das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth ist eines von sechs überregionalen Traumazentren in Rheinland-Pfalz. Die Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie und damit auch das dazugehörige Traumazentrum wird von der F.A.Z.-Institut Studie 2025 zu einer der 50 besten in ganz Deutschland gezählt.
Zudem ist das Überregionale Traumazentrum das einzige rechtsrheinische Versorgungszentrum dieser Art zwischen Wiesbaden und Köln Mehrheim. Das Einzugsgebiet ist sehr groß. Es erfüllt sämtliche personelle, räumliche und apparative Voraussetzungen nach den Richtlinien der Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zur Behandlung Schwer- und Mehrfachverletzter auch mit außergewöhnlich komplexen und seltenen Verletzungsmustern. Jährlich werden im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth über 3.000 Verletzte ambulant und stationär versorgt. Über 200 wurden durch den Schockraum aufgenommen. Davon waren im vergangenen Jahr 130 Personen schwerverletzt und rund 50 schwerstverletzt mit einen ISS von über 15. Das bedeutet, dass sie ein sogenanntes Poly-Trauma mit lebendbedrohlichen Verletzungen erlitten haben.
„Wir bieten zusammen mit allen Beteiligten eine qualifizierte Versorgungskette vom Unfallort ins Krankenhaus bis zur Rehabilitation“, so Prof. Wölfl. Ganz besonders schätzt er die Kooperation auf dem Gebiet der Versorgung Schwerverletzter zwischen dem Marienhaus Klinikum St. Elisabeth und dem Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz. „Die leitenden Ärzte dort und ich kennen uns seit über 20 Jahren über die gemeinsame Arbeit für die schwerverletzten Patienten in unserer Fachgesellschaft“, berichtet er. Hierzu existiert in der Gesellschaft eine eigene Sektion für Notfallmedizin, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung.
„In unserem Haus können zwei betroffene Patienten parallel in zwei nebeneinanderliegenden, modernen Schockräumen, die auch mit einem CT ausgestattet sind, versorgt werden“, erläutert Dr. Wölfl. Ein interdisziplinäres Team aus Ärzten und Mitarbeitenden aller Abteilungen steht bereit, wenn ein Schwerverletzter eingeliefert wird. Dieses Team arbeitet nach dem weltweit gültigen Konzept für die klinische Versorgung von Traumapatienten (ATLS – Advanced Trauma Life Support). In diesem sind die diagnostischen und therapeutischen Handlungsabläufe in der Erstversorgung von schwerverletzten Patienten im Schockraum festlegt. Vor 21 Jahren wurde ATLS in Deutschland eingeführt. Prof. Christoph Wölfl ist Präsident der ATLS Europe Association und seit über 20 Jahren einer der Instruktoren, die in Deutschland Ärzte und Ärztinnen sowie Pflegekräfte in ATLS ausbilden. Auch im Bildungszentrum des Trägers in Neuwied finden dieses Weiterbildungskurse statt. „Gemeinsam mit den Kollegen der Bundeswehr betreuen wir in der Region die beiden ATLS Ausbildungsstandorte im BWZK und dem Bildungszentrum des MHK“.
Der Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber Air Rescue Nürburgring wird durch unsere Mitarbeitenden der Anästhesiologie besetzt. Hier besteht eine besonders hohe Erfahrung in der präklinischen Notfallmedizin. Der Dachlandeplatz auf unserem Klinikum ist aktuell der einzige seiner Art in der Region und bietet 24/7 die Möglichkeit Patienten zu uns zu bringen.
"Besonders stolz sind wir auf unser kindertraumatologisches Zentrum. Zusammen mit unserer Klinik für Pädiatrie versorgen wir pro Jahr rund 700 verletzte Kinder stationär", so Prof. Wölf. Auch schwerverletzte Kinder werden hier behandelt werden, verfügt die Klinik doch über 20 Kindertintensivbetten. Für sie hält das Haus entsprechend der Vorgaben eine besondere Infrastruktur vor. So werden die Kindernotfallmediziner immer wieder von den Rettungshubschraubern für spezielle Versorgungssituation abgeholt.



