Neuwied. „Der neue Kreißsaal-OP mit dem gegenüberliegenden Erstversorgungsraum für die Neugeborenen gibt unserem Perinatalzentrum Level 1 einen weiteren Schub“, freut sich Prof. Dr. Richard Berger. „Denn dadurch können Mutter und Kind in den ersten Minuten nach einer Kaiserschnittgeburt noch effizienter und sicherer versorgt werden“, betont der Chefarzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Mitte Januar anlässlich der Einsegnung der beiden neuen Räume, bei der auch der rheinland-pfälzische Minister für Wissenschaft und Gesundheit Clemens Hoch zu Gast war. Der Umbau der geburtshilflichen Abteilung mit der Einrichtung eines eigenen OPs für Kaiserschnittgeburten und eines Erstversorgungsraumes wurde vom Land Rheinland-Pfalz maßgeblich finanziell gefördert.
Das Perinatalzentrum des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth in Neuwied gehört zu den sechs besten in ganz Deutschland „und ist wichtig für die gesamte Region im nördlichen Rheinland-Pfalz“, so Geschäftsführer Christian Link. Rund 1.700 Kinder werden jährlich hier geboren. Nicht immer lässt sich ein Kaiserschnitt vermeiden. Sei es, weil sich unter der Geburt Komplikationen einstellen oder weil Risikofaktoren während der Schwangerschaft aufgetreten sind. Für diese Geburten steht jetzt der Entbindungs-OP in der geburtshilflichen Abteilung zur Verfügung. Gegenüber entstand im Rahmen der Modernisierung zusätzlich der neue Erstversorgungsraum der Station für Neu- und Frühgeborene (Neonatologische Station). In diesem großzügig geschnittenen Raum ist immer alles so vorbereitet, dass spontan oder per Kaiserschnitt geborene Babys und Frühgeborene sofort versorgt werden können. „Wir sind hier auch auf Zwillinge und Drillinge eingestellt“, so Dr. Katharine Louise Kastor, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Neonatologie. Muss ein Kind weiter medizinisch versorgt werden, kann es von dort direkt und ohne Umwege auf die neonatologische Station gebracht werden.
„Mit diesen beiden Räumen schaffen wir beste Voraussetzungen, für eine sichere Geburt von früh und reif geborenen Neonaten, die medizinische Hilfe benötigen“, sagt sie. Die Versorgung der Neugeborenen in den ersten Minuten ihres Lebens sei entscheidend für ihr weiteres Leben. „Wenn sie gut durch die ersten Lebenswochen kommen, können sie sich gesund weiterentwickeln und ein normales Leben führen“, betont Dr. Kai Zbieranek, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Deshalb kümmert sich immer sowohl das geburtshilfliche als auch das neonatologische Team Hand in Hand um Mutter und Kind.
Darüber hinaus wird bei diesen Geburten ein sogenannter Birth-Trolley, ein besonderer Geburtstisch genutzt. „Dieser Tisch hat eine spezielle Auflage für Neugeborene, auf der das Kind mit intakter und noch pulsierender Nabelschnur aufgelegt und bereits versorgt werden kann“, erläutert Dr. Kastor. So muss die Nabelschnur nicht sofort durchtrennt werden. „Wir können damit warten und sorgen so dafür, dass mehr Blut aus der Plazenta in den kindlichen Kreislauf fließt“, sagt sie. Gerade Frühgeborenen profitieren sehr davon. Sie sind dann nach der Geburt oftmals wesentlich stabiler und es gibt weniger Komplikationen. Zudem kann das Neugeborene auf dem Geburtstisch noch in der Nähe der Mutter bleiben. „Sie kann ihr Neugeborenes sogar berühren, denn wir können Mutter und Kind gleichzeitig nebeneinander versorgen.“ Das tut Eltern und Kind gleichermaßen gut.
Damit sich die werdenden Mütter im Entbindungs-OP wohl fühlen, wurde auf die Gestaltung besonderer Wert gelegt. Viele Frauen erhalten beim Kaiserschnitt lediglich eine örtliche Betäubung der unteren Körperhälfte. Sie sind wach und erleben so die Geburt ihres Kindes mit. Eine Wand wurde mit einer Natur-Fototapete gestaltet und sorgt so für eine angenehme entspannende Atmosphäre.
Bildunterschrift:
Freuen sich über den neuen Kreißsaal-OP: Geschäftsführer Christian Link (links), Clemens Hoch, der rheinland-pfälzische Minister für Wissenschaft und Gesundheit (2. von rechts), Oberbürgermeister Jan Einig (rechts), das Direktorium des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied sowie die Chefärzte der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und der Klinik für Kinder und Jugendmedizin.
Foto: Christian Belz


