Das Landesprogramm ist als Lotsensystem bereits in rund drei Viertel der geburtshilflichen Kliniken in Rheinland-Pfalz etabliert und wird über die Bundesstiftung Frühe Hilfen regelhaft gefördert. Ziel ist es, Familien frühzeitig zu unterstützen und ein eng verzahntes Hilfesystem im Sinne des präventiven Kinderschutzes aufzubauen.
Die Initiative leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Landes- und Bundeskinderschutzgesetzes. Im Fokus steht die enge Kooperation unterschiedlicher Hilfesysteme, insbesondere zwischen Geburtskliniken, Familienhebammen, Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pflegern sowie weiteren Angeboten der Frühen Hilfen.
Die Veranstaltung im Klinikum wurde von Krankenhausoberin Gaby Frömbgen eröffnet. Sie begrüßte die anwesenden Gäste aus Politik, Verwaltung, Jugendhilfe, Gesundheitswesen und den regionalen Netzwerkstrukturen, darunter auch Ortsbürgermeister Peter Jung. In ihrer Ansprache würdigte Frau Frömbgen das bisherige Engagement aller Beteiligten und bedankte sich insbesondere für die Arbeit von Birgit Lang, die seit rund 40 Jahren als Kinderkrankenschwester am Marienhaus Klinikum tätig ist und das Projekt als Familienkinderkrankenschwester maßgeblich begleitet.
Im Anschluss sprach Andrea Michel vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz. Sie berichtete, dass die Integration des Marienhaus Klinikums in das Programm aufgrund bereits bestehender Strukturen zunächst herausfordernd gewesen sei, jedoch erfolgreich umgesetzt werden konnte. Die Entwicklung der Kooperation habe sich über rund zehn Jahre erstreckt. Sie betonte zudem die Bedeutung der finanziellen Förderung sowie der engen Zusammenarbeit zwischen Landesbehörden und Kliniken.
Darauf folgte ein Beitrag von Dr. Robert Sczesny, Oberarzt und zukünftiger kommissarischer Leiter der Frauenklinik, der die besondere Verantwortung der Frauenklinik innerhalb des Netzwerks hervorhob und die Bedeutung einer strukturierten interdisziplinären Zusammenarbeit unterstrich.
Im weiteren Verlauf sprach Bernhard Fuchs, Leitung des Jugendamtes Neuwied. Er betonte, dass Kinderschutz nicht erst bei akuten Gefährdungslagen beginne, sondern insbesondere in der frühzeitigen und präventiven Unterstützung von Familien liege. Das Programm verbinde unterschiedliche Professionen, die Familien von Beginn an begleiten und ihre jeweiligen Kompetenzen in ein gemeinsames Netzwerk einbringen. Besonders wichtig sei die enge Kooperation zwischen Jugendhilfe und Krankenhaus.
Anschließend berichtete Birgit Lang, Familienkinderkrankenschwester am Klinikum, aus ihrer langjährigen beruflichen Praxis. Sie schilderte, dass die Begleitung von Eltern früher weniger im Fokus stand und sich dieser Bereich durch Fortbildungen sowie strukturelle Entwicklungen deutlich weiterentwickelt habe. Sie dankte für die Unterstützung und das Vertrauen durch die Klinik und betonte die enge, direkte Arbeit mit den Familien.
Nach den Ansprachen wurde der offizielle Start des Projekts „Guter Start ins Kinderleben“ durch Krankenhausoberin Gaby Frömbgen feierlich eingeleitet.


