Neuwied. Ein Haus voller Leben und Kinder haben sich Carina und Pablo Irlenbusch immer gewünscht. Und am 3. Juni ging dieser Wunsch mit der Geburt ihres zweiten Kindes in Erfüllung. Der kleine Linus kam an diesem Tag um 20.47 Uhr auf die Welt und machte das Familienglück der Irlenbuschs komplett. Dass der fünfjährige Emil, das erste Kind des jungen Paares, ein Geschwisterchen bekommen würde, war nicht selbstverständlich. Denn Carina Irlenbusch bekam im Jahr 2021 Brustkrebs, kurz vor der Erkrankung war sie mit Zwillingen schwanger und hatte die beiden Mädchen verloren. Die Hoffnung, ein zweites Kind zu bekommen, zerbrach einmal mehr mit der Diagnose, bei der zeitgleich festgestellt wurde, dass Carina Irlenbusch erneut schwanger war. Das Elternpaar hatte keine einfache, aber eindeutige Entscheidung zu treffen, wie Carina Irlenbusch es berichtet. Um sofort mit der Chemotherapie beginnen zu können, konnte die junge Frau die Schwangerschaft nicht fortsetzen. Auch blieb keine Zeit, noch Eizellen für eine spätere Kinderwunschbehandlung zu entnehmen.
Zu groß war der Wunsch, diese Krankheit zu überleben und für ihren kleinen Emil, für ihre Familie da zu sein. Und im Kampf gegen den Krebs war für Carina Irlenbusch nicht nur ihre Familie die größte Motivation. Vom Chefarzt der Frauenklinik im Neuwieder Marienhaus Klinikum, Prof. Dr. Richard Berger und dessen Team fühlte sie sich zu jeder Zeit gut begleitet und aufgehoben. Zusätzlich wurde sie im Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln betreut. Sie erinnert sich an Momente, in denen sie große Angst hatte, dass der Brustkrebs nicht geheilt werden könnte. Doch schnell schaltete sie in einen Kampfmodus um. „Ich will gesund werden“, hatte sie sich geschworen. „Ich setzte mir Ziele für die Zeit nach der Krankheit, wie zum Beispiel eine neue Küche zu bekommen oder nach Amerika zu fliegen“, verrät sie. Und während der vierstündigen Chemo-Behandlungen reiste sie in ihrer Fantasie in andere Länder, schaute sich Filme von weiteren möglichen Reisezielen an. Die Zuversicht hatte sie nie verloren.
Heute steht die neue Küche im Haus der Familie und die Amerikareise haben die Irlenbuschs auch schon gemacht. Und das größte Glück: Emil hat einen kleinen Bruder. „Wir haben Frau Irlenbusch während der Chemotherapie mit Medikamenten behandelt, die die Eierstöcke schützen“, erklärt Prof. Berger. Der Erfolg ließ nicht allzu lange auf sich warten. Die Schwangerschaft mit dem kleinen Linus verlief normal und ohne Komplikationen. Nach der Krebserkrankung hatten es Carina und Pablo Irlenbusch einfach wieder versucht, doch noch ein Kind zu bekommen. „Wir hatten nichts zu verlieren“, sagt die glückliche Mutter. Sogar das Stillen des Säuglings klappt mit einer, der gesunden Brust. „Der Körper regelt das schon“, sagt sie vertrauensvoll und möchte auch anderen Frauen, die vielleicht ähnliches erleben, Mut machen. Die Familienplanung der Irlenbuschs sei nun aber abgeschlossen. „Nach der Krankheit und der Schwangerschaft hat mein Körper eine Pause verdient. Ich bin im Moment gesund und wir sind so froh und dankbar, dass alles geklappt hat.“
Foto: Carina Irlenbusch


