Wenn es einem Neugeborenen schlecht geht, dann muss häufig sehr schnell gehandelt werden. Deshalb wird es in solchen Notsituationen in die Klinik gebracht, in der es bestmöglich versorgt werden kann. „Dabei dürfen wir keine Zeit verlieren“, weiß Kerstin Bornhofen, die pflegerische Leiterin der Kinderintensivstation des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied. Für diese Transporte von Früh- und Neugeborenen hat die Klinik für Kinder und Jugendmedizin jetzt mit finanzieller Unterstützung der Björn Steiger Stiftung einen neuen, hochmodernen Transport-Inkubator angeschafft. „Darin sind die Neonaten sicher aufgehoben, werden medizinisch voll überwacht und versorgt und können sowohl mit dem Rettungswagen als auch dem Hubschrauber transportiert werden“, erläutert Dr. K. Louise Kastor, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.
Notwendig werden solche Transporte, wenn es zum Beispiel Komplikationen im Rahmen der Geburt gibt oder ein Baby zu früh auf die Welt kommt, die Geburtsklinik aber keine neonatologische Intensivstation hat. Auch wenn sich der Gesundheitszustand eines Säuglings gravierend verschlechtert, weil er zum Beispiel eine Infektion oder zuvor unbekannte Fehlbildungen hat, wird er mit dem Transport-Inkubator ins Marienhaus Klinikum St. Elisabeth transportiert. Denn er braucht in diesem Fall eine intensivmedizinische Versorgung. „In unserer Neonatologie können wir diese Kinder bestmöglich versorgen“, sagt Dr. Kastor. „Zudem werden wir auch angefordert, wenn es Schwierigkeiten bei einer Hausgeburt gibt oder ein Neugeborenes ungeplant schon im Rettungswagen das Licht der Welt erblickt.“ In solchen Fällen machen sich ein/ eine KinderärztIn und eine Pflegekraft mit dem Transport-Inkubator auf den Weg und holen das Neugeborene ab.
Es gibt aber auch Fälle, in denen ein Kind aus der Neonatologie des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth verlegt wird, weil es zum Beispiel einen komplexen Herzfehler hat und operativ in einer Herzchirurgie versorgt werden muss. Diese Neugeborenen werden dann in einem Kinderherzzentrum, beispielsweise der Uniklinik Bonn, weiterversorgt.
In dem Transport-Inkubator sind die Früh- und Neugeborenen maximal geschützt. Sie liegen in einem Nestchen, das während der Fahrt beziehungsweise des Fluges fixiert wird. „Die Kleinen sind darin sehr kuschelig, warm und sicher aufgehoben. Wir haben auch immer Schnuller und Mützchen dabei und sorgen dafür, dass sie sich wohlfühlen“, sagt Kerstin Bornhofen. Die Säuglinge schlafen beim Transport meistens. Die Bewegungen der Fahrt sind angenehm für sie, so ihre Erfahrung. Fliegen sie im Hubschrauber, werden ihnen kleine Ohrenschützer aufgesetzt, um sie vor dem Lärm zu schützen. Währenddessen werden kontinuierlich sämtliche Vitalparameter wie Herzfrequenz und die Sauerstoffsättigung gemessen. Darüber hinaus verfügt der Transport-Inkubator über Infusionspumpen, Überwachungsmonitor, Beatmungsgerät (inklusive Stickstoffmonoxid Insufflationsmöglichkeit) und eine Absaugeinrichtung, „damit wir sofort reagieren können, sollte es den Neonaten schlechter gehen“, so Dr. Kastor.
Der Inkubator hat außerdem ein elektrohydraulisches Beladesystem mit einem fahrbaren Untergestell. So kann er problemlos in jedem Rettungswagen und Hubschrauber transportiert werden. Er hat einen Akku, der sämtliche Geräte über Stunden mit Strom versorgen kann und bietet damit maximale Sicherheit für die Früh- und Neugeborenen.
Foto Christian Belz: (von links): Ralph Jäger (Regionalleiter Medizintechnik), Dr. Wioletta Osko (Pflegedirektorin), Thomas Pflanz (Mitglied Björn Steiger Stiftung), Daniela Kroth (stellvertretende Stationsleitung), Günter Iking (Kaufmännischer Direktor), Dr. K. Louise Kastor (Chefärztin Pädiatrie), Kerstin Bornhofen (Stationsleitung).


