Mehr Personal und Zeit für psychische Gesundheit:

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Marienhaus Klinikums St. Antonius demonstrieren gegen die neuen Personalvorgaben des G-BA

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Marienhaus Klinikums St. Antonius demonstrierten für mehr Personal und Zeit für psychische Gesundheit. Foto: as

17.10.2019

Waldbreitbach. Das hatte der Waldbreitbacher Klosterberg auch noch nicht erlebt: Am 10. Oktober, dem Welttag für seelische Gesundheit, legten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Marienhaus Klinikums St. Antonius die Arbeit nieder – genauer gesagt: sie opferten ihre Mittagspause um zu protestieren. Mit ihrer Demonstration vor dem Haupteingang des Klinikums wollten sie gegen die neuen Personalvorgaben protestieren, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) jetzt gegen den entschiedenen Widerstand der Fachverbände beschlossen hat. Alle, die sich um die stationäre Versorgung psychisch kranker Menschen kümmern, laufen gegen diese Entscheidung Sturm, weil die neuen Vorgaben die Psychiatrie in Deutschland um Jahrzehnte zurückwerfen. Deshalb gingen an besagtem 10. Oktober Ärzte und Therapeuten, Selbsthilfegruppen und Gewerkschaften in Berlin auf die Straße und forderten mehr Personal und Zeit für psychische Gesundheit. Mit ihrer Protestaktion zeigten sich die Waldbreitbacher solidarisch mit ihren Kolleginnen und Kollegen deutschlandweit.

Dr. Margareta Müller-Mbaye übt scharfe Kritik an der geplanten Neuregelung. Diese, so die Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, schreibe nämlich die fast 30 Jahre alten und völlig unzureichenden Regelungen zur Personalbemessung fort und lege nur sogenannte Personal-Untergrenzen fest. Die wiederum sollen dann akribisch kontrolliert werden. Das hat zur Konsequenz, so kritisiert die Chefärztin, dass das Personal noch mehr dokumentieren muss, was wiederum zulasten der Patientenversorgung geht. Leidtragende dieser verfehlten Vorgaben, so sieht es auch der Katholische Krankenhausverband Deutschlands, sind letztlich die psychisch erkrankten Menschen. Und dabei, so Geschäftsführerin Bernadette Rümmelin, müsse gerade deren Behandlung „menschen-würdig sein und den individuellen seelischen Bedürfnissen gerecht werden“.

So fordern Margareta Müller-Mbaye und ihre Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland, dass die Personalausstattung endlich an die aktuellen fachlichen und ethischen Erfordernisse angepasst werden. Und das bedeutet konkret: mehr Personal, das damit auch mehr Zeit hat, sich professionell um psychisch kranke Menschen zu kümmern. Und eine solche politische Weichenstellung, so Margareta Müller-Mbaye, sei dringend erforderlich; denn jedes Jahr erkrankt jeder vierte Erwachsene psychisch und 1,2 Millionen Menschen sind jährlich auf eine gute stationäre Versorgung angewiesen.

Marienhaus Klinikum St. Josef Bendorf

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